Empfindliche Haut richtig pflegen

Mal juckt der ganze Körper nach einem entspannendem Schaumbad, mal machen sich aus Nervosität im Gesicht rote Flecken breit, mal führt die neue, teure Creme zu Hautausschlägen. Aber auch wenn sich nach scharfem Essen die Haut rötet, wenn die Haut sich trocken anfühlt und spannt oder wenn das Gesicht nach dem Winterspaziergang brennt und prickelt; in allen diesen Fällen hat man es mit empfindlicher Haut zu tun.

Empfindliche Haut reagiert auf verschiedene innere und äußere Einflüsse übermäßig schnell mit Symptomen wie Reizungen, Rötungen, Spannungen, Jucken oder Brennen. Gesunde und unempfindliche Haut ist vor schädlichen Einflüssen und vor Austrocknung durch einen körpereigenen Hydrolipidfilm geschützt. Dieser natürliche Schutzmantel aus Wasser und Fett ist bei empfindlicher Haut brüchig oder gar zerstört.

Häufige Hautreaktionen wie juckender Hautausschlag oder entzündliche Reaktionen sind meistens erblich bedingt. Oft werden diese begleitet von trockener, schuppender Haut, die sich aber erst dann krankhaft verändert, wenn ein Auslöser dazukommt. Häufig handelt es sich dabei um ungeeignete Pflegemittel.

Rund um den Mund und die Augen ist die Haut besonders empfindlich, dort kann es zu Ausschlägen kommen, die nicht wieder vergehen wollen. Dieses lästige Phänomen tritt vor allem bei gepflegten, ja überpflegten Frauen jüngeren und mittleren Alters auf und wird "Stewardessenkrankheit“ genannt. Diese Hauterkrankung ist zwar vollkommen harmlos, sie kann sich jedoch als sehr langwierig herausstellen.

Starke Hautreaktionen können aber auch ganz andere Ursachen haben. Zum einen können sie umweltbedingt sein, so wie kalter Wind, starke Temperaturschwankungen, Sonnenstrahlung oder durch Luftverschmutzung. Zum anderen spielen innere Reize eine große Rolle. Das können Alkoholkonsum, Stress, zu wenig Schlaf, aber auch Unverträglichkeiten von bestimmten Lebensmitteln sein. Kontaktbedingte Hautreaktionen werden durch ungeeignete Pflegemittel ausgelöst. Alkoholhaltige Gesichtswasser, Konservierungsstoffe, Parfüm und andere Zusätze können die empfindliche Haut reizen. Das gilt im besonderen Maß auch für Naturkosmetik, in der häufig Ätherische Öle, Alkohol, Wollwachsalkohole und andere Stoffe enthalten sind.

Je mehr Zusätze ein Produkt enthält, desto heikler ist das Präparat für die empfindliche Haut.
Für die Pflege von empfindlicher Haut gilt deshalb der einfache Grundsatz "weniger ist mehr". Nach den hohen Ansprüchen der Dermatologie bedeutet das: unnötige Inhaltsstoffe zu vermeiden - und nur wenige ausgesuchte Stoffe ohne bzw. mit nachweisbar geringem Reizpotential zu verwenden. Es kommt darauf an, eine leichte Mischung aus Fett und Feuchtigkeit zu erreichen, um den schützenden Hydrolipidfilm der Haut zu stabilisieren und Irritationen zu lindern. Ob man eine Creme verträgt oder nicht spürt man meistens schon beim Auftragen: direkt nach dem Auftragen sollte sich die Creme angenehm auf der Haut anfühlen und Spannungsgefühle sofort lindern.
Empfindlichen Haut begünstigt auch den Alterungsprozess: durch die meist schwächere Hautbarriere, durch die Trockenheit sowie durch die höhere Stress- und Lichtempfindlichkeit. Deshalb - eine gute Pflege der empfindlichen Haut lohnt sich!